Bericht Fränkische Nachrichten vom September 2021

„Uns gibt es jetzt schon neuneinhalb Jahre“, begrüßte Arnold Nied die versammelten Mitglieder im Hof des Dorfmuseums. Mehrmals im Jahr wurde hier das Gras gejätet und das kleine Gärtchen mit zwei Obstbäumen erhielt vor Kurzem eine schmucke Natursteinmauer, sodass die Versammelten spüren konnten: Es wird langsam wieder wohnlich und immer gemütlicher im und am Dorfmuseum. Der Vorsitzende gab einen kurzen Rückblick über das Vereinsjahr 2020: Trotz Corona konnten die gemeinsamen Sitzungen von Vorstand und Beirat regulär stattfinden. In den Vereinsorganen herrsche eine gute Atmosphäre und die Zusammenarbeit sei konstruktiv. 2020 verstarb das Gründungsmitglied Franz Stauch und der Projektleiter Robert Stumpf. „Sein Tod hat uns alle sehr getroffen“, sagte Nied vor dem Totengedenken. Und weiter: „Sein Name wird im Heimat- und Kulturverein untrennbar mit seinem großen Engagement für die Assamstadter Kleindenkmale und Bildstöcke und insbesondere die umfassende Renovierung des Kreuzweges und des Steffeskirchle in Verbindung bleiben.“

Drei Neueintritte führten zu dem Ergebnis, dass die Mitgliederzahl zum Jahresende bei 189 konstant gehalten werden konnte. Konsequenterweise bat Nied eindringlich darum, bei der Mitgliederwerbung nicht müde zu werden. Auch mit einer passiven Mitgliedschaft und einem geringen Jahresbeitrag könne der Verein nachhaltig unterstützt werden. Der Vereins-Präses bedankte sich bei den vielen Spendern und Unterstützern, insbesondere die Edgar-und-Helene-Ansmann-Stiftung. Im Kassenbericht stellte Bernd Scherer plausibel die Verwendung der Vereinsgelder für die unterschiedlichen Ausgabenposten dar. Später attestierte Kassenprüfer Alfred Imhof dem Kassier eine tadellose Buchführung.

„Ihr habt wirklich kaum etwas versäumt, wenn ihr am 30. April nicht bei der Maibaumaufstellung dabei gewesen seid, denn das Maibaumfest und das dazugehörende Maibaumsingen fielen ebenso Corona zum Opfer wie viele private Feiern“, scherzte Rudolf Frank. Da die Brauchtumspflege fast untrennbar mit Geselligkeit und sozialen Kontakten zu tun habe, konnten keine Veranstaltungen wie Hammeltanz oder Heimatabend stattfinden. Gleiches galt für die regelmäßigen Singstunden: „Wie haben wir uns doch immer wieder auf diese fröhlichen Treffen gefreut“, bedauerte der Projekteiter Brauchtumspflege den Stillstand. Nachdem der Auftritt von Mäc Härder im März abgesagt werden musste, sah es im Bereich „Kulturelle Veranstaltungen“ die restliche Zeit gleichfalls „mau“ aus.

Pandemie-bedingt waren auch die Aktivitäten in der Projektgruppe „Junge Erwachsene & Familien“ eingeschränkt, weshalb der Fokus auf Pflegearbeiten an der Geocaching-Strecke und am Naturerlebnispfad lag. Letzterer werde so gut angenommen, dass die Flyer-Box wöchentlich aufgefüllt werden müsse. Positive Internetbewertungen haben auch überregionale Gäste angezogen, berichtete Andreas Sturm. Räumlich und zeitlich getrennte Erlebnisstationen rund um den Heiligen – dank guter Ideen konnte trotz Pandemie die beliebte Nikolausaktion stattfinden.

Am Dorfmuseum wurde viel geschafft, erläuterte Arnold Nied. Im Inneren wurde der Boden in der „Vorsetzestube abgeschliffen und mit Öl eingelassen. Mittlerweile steht in diesem Raum auch ein „neuer“ Kachelofen, umrandet mit Kacheln aus der Zeit des Wohnhausbaus. Ebenfalls fertiggestellt ist der Kellerraum. Außerdem galt es wieder, Materialspenden abzuwickeln, ob Getreideputzmaschine oder Regale aus dem Kolonialwarenladen. Norbert Nied, Veronika Schöbinger, Bernhard Walter und Walter Frank waren die regelmäßigen Helfer am Dorfmuseum. Arnold Nied warb um Spenden für einzelne Fenster oder Klappläden. An die jeweiligen Spender könnte mit kleinen Täfelchen erinnert werden. Aktuell ist das Wohnhaus am Dorfmuseum eingerüstet, denn die Fassade soll renoviert werden. Hierfür wurde ein aufwändiger LEADER-Antrag gestellt, so Nied. Auf das Ergebnis dürfe man gespannt sein. Es soll ein „Hingucker“ im Ort werden, wenn die Fassade wieder im originalgetreuen Anstrich aus der Erbauerzeit erstrahlt.

Guten Anklang finden die sechs Wanderwege, die 2020 besonders stark frequentiert wurden. Walter Frank führte den Erfolg auf viele kleine Mosaiksteine zurück und nannte beispielhaft den Blumenschmuck von Elisabeth Hellmuth und Priska Heer an Grotte und Leichenhalle. Positive Rückmeldungen motivieren. So plauderte Frank nicht ohne Stolz über Begegnungen mit Wandereren, die auch von weiter weg den Weg nach Assamstadt finden. Schließlich werden die Wanderwege über die Touristikgemeinschaft überregional beworben. Zertifizierte Wanderwege sind noch rar im Main-Tauber-Kreis, sodass es durchaus attraktiv ist, in Assamstadt zu wandern. Die Pflegearbeiten an den Wegen konnten uneingeschränkt durchgeführt werden, wobei der Projektleiter vor allem von Bernhard Deißler unterstützt wurde. Die Wanderhütten werden von Edgar Tremmel und dem Ehepaar Rumann gepflegt. Aus dem Kalender gestrichen werden musste die Auftaktveranstaltung zu den Taubertäler Wandertagen in Assamstadt. Der neue Termin zur Begehung des zertifizierten Bildstockwanderweges 1/LT-M6 mit Rahmenprogramm für alle Interessierte ist Freitag, 8. Oktober. Der herzliche Willkommensgruß am Ortseingang von Bad Mergentheim kommend zählt mittlerweile wie selbstverständlich zum Ortsbild und wird mehrmals im Jahr umdekoriert. Zum Team gehören Edgar Tremmel, Hiltrud Heimberger, Rita Jesberger und Karl-Heinz Hügel. Initiiert von Sascha Heinz, startete im Juni 2020 die digitale Schnitzeljagd, die mittlerweile auf sechs Kilometer und 27 Stationen angewachsen ist. Weiterhin gab es bereits zwei Seniorenwanderungen, bei denen der Bildstockwanderweg 1 (Länge 11,2 km) in Etappen begangen wird – organisiert von Elke Nied (Familienzentrum). Für das neueste Projekt läuft momentan das Genehmigungsverfahren: Im Stöckigwald soll eine Strecke mit Stationen zum „Waldbaden“ entstehen.

Ein neu zusammengestellter Bildstock wurde in der „Tiefen Wanne“ aufgestellt, der jetzt den Bildstockwanderweg 1 bereichert, so Werner Göbel für die Projektgruppe “Erhalten & Gestalten”. Karl Hellmuth hat die Schriftzüge am Kreuzweg und an der Grotte nachgebessert. Außerdem wurde ein Gedenkstein wieder aufgerichtet, der dem Vandalismus zum Opfer gefallen war.

Die Entlastungen der Ämter vielen einstimmig aus. Die Wahlen konnten zügig abgehalten werden, da es keine personellen Veränderungen in den Gremien aus Vorstand und Beirat gab. Wiederholt stand Bürgermeister Joachim Döffinger für diese Formalien zur Verfügung. Im Wechselspiel zwischen Nied und Döffinger wurde deutlich, dass Verein und Gemeindeverwaltung im Sinne des Vereinsmottos „Assamstadt hat Zukunft“ an einem Strang ziehen.

Am Wanderparkplatz werde eine neue Bank benötigt, wurde zum Schluss des offiziellen Teils aus dem Publikum angeregt. Außerdem wurde diskutiert, wie die Mäharbeiten an einzelnen Bildstöcken wieder verteilt werden könnte, die zuletzt ins Stocken geraten waren. Und es wurde nach der Prioritäten-Liste für die Restaurierung einzelner Bildstöcke gefragt, die noch Robert Stumpf erstellt hatte. Über die Fortschritte im Inneren des Dorfmuseums konnten sich die Mitglieder im Anschluss an die Versammlung selbst ein Bild machen.